Ökologie

Der Begriff Ökologie bedeutet mit anderen Worten die Lehre vom Haushalt der Natur. Die Gesamtheit der Beziehungen zwischen Lebewesen und ihrer Umwelt ist der Naturhaushalt. Da Lebewesen nur existieren können indem Sie mit ihrer Umwelt – Energie und Stoffe austauschen unterteilt man diese Faktoren in direkte und indirekte Umweltfaktoren. Im Gegensatz zur Umwelt bezeichnet die Umgebung nur die räumliche Einordnung.

1. Ökosystem

Ökosysteme sind Wirkungsgefüge von Organismen und Umweltfaktoren, die sich gegenseitig beeinflussen. Außerdem bezeichnend für Ökosysteme ist ein eng umgrenzter Raum, nicht von seiner physischen Größe abhängig ist.

2. Biozönose

Die Lebensgemeinschaft von Pflanzen, Tieren etc. in einem Biotop (Vergesellschaftung) nennt man Biozönose. Die Vergesellschaftung unterteilt man in drei weitere Gruppen: Produzenten, Konsumenten, Destruenten (Abfallfresser: organ. → organ., Mineralisierer: organ. → anorgan.).

3. Biotop

Als Biotop bezeichnet man abgegrenzte Lebensräume (Standorte) einer Art mit relativ einheitlichen biotischen und abiotischen Faktoren. Zum Beispiel kann ein Meer, Blumentopf, Pflanzenbeet oder auch die Körperoberfläche eines Lebewesens ein Biotop darstellen.

4. Umweltfaktoren

Umweltfaktoren stellen Faktoren dar, die von der unbelebten Umwelt ausgehen. Diese Umweltfaktoren gliedern sich zusätzlich in abiotische und biotische Umweltfaktoren. Abiotische Umweltfaktoren sind zum Beispiel: Verkehr, Chemikalien, Kälte/Wärme, Boden, Wasser, Wind. Biotische Umweltfaktoren wären zum Beispiel: Nahrung, Jäger, Fressfeinde, Parasiten, Symbionten.

5. Zwischenartliche Konkurrenz

Zwischenartliche Konkurrenzen, also Konkurrenz um gleichen Raum oder Nahrung und um Licht oder Wurzelraum zählt man zu den Biotischen Umweltfaktoren. Die Ausbildung ökologischer Nischen erfolgte in der Vergangenheit durch die Evolution über viele Jahrhunderte hinweg. Arten mit ähnlichen Umweltansprüchen bildeten eigene ökologische Nischen, oftmals durch die Ausbildung besonderer Angepasstheiten (Spezialisierung) in Körperbau (Sperber-männchen/weibchen, Sexualdimorphismus) und/oder Verhalten (unterschiedliche Brutzeiten, andere Beutetiere, andere Jagdreviere). Es gilt das Konkurrenzauschluß-Prinzip, Arten mit gleichen bedürfnissen können in der gleichen ökologischen Nische nicht nebeneinander existieren, es würde nur eine Art überleben. Deshalb besetzt eine Art meist eine, seltener auch mehrere ökologische Nischen. Beispiele der Konkurrenzvermeidung im gleichen Lebensraum wären die verschiedenen Spechtarten aber auch die unterschiedlichsten Wattvögel. Ökologie Einnieschung - Vögel im Watt Stehen mehrere Populationen in vielen wesentlichen Faktoren (Nahrung, Futterplätze, Nistplätze etc.) miteinander in Konkurrenz, so können auf Dauer nicht beide nebeneinander existieren. Eine der beiden setzt sich durch und die andere stirbt aus oder wandert aus dem Gebiet ab.

6. Innerartliche Konkurrenz

Innerartliche Konkurrenzen gehören auch zu den Biotischen Umweltfaktoren. Als Beispiele zur Konkurrenzvermeidung könnte man den Kampf um Sexualpartner, Rangordnung und Brutplätzen bei Tieren oder um Nährsalze oder Raum bei Pflanzen nennen. Der Pflanzabstand auf Feldern bzw. Beeten, das Ausholzen im Wald, die Revierbildung von Singvögeln, die Änderung des Anspruchs bei Adulten und Nachkommen sind weitere Beispiele. Die Revierbildung oder das Abwandern von Artgenossen aus einem Gebiet dient ebenso der Verringerung des Konkurrenzdrucks.

7. ökologische Nische

Der Begriff ökologische Nische stellt die Bedürfnisse und Merkmale einer Art mit vorherrschenden Umwelteinflüssen in Wechselwirkung. Im Gegensatz zum Biotop bezeichnet die Nische, entgegen allen Vermutungen, keinen physischen Ort. Biotische Umweltfaktoren können das Nahrungsangebot oder dessen Größe sein. Abiotische Faktoren können die Temperatur, Lichtintensität oder Luftfeuchtigkeit sein. Ein Lebensraum ist meist von verschiedenen Arten oder auch Tieren gleicher Art durch Einnischung bewohnt. Die Einnischung lässt Koexistenzen zu indem jede Art seine besonderen Bedürfnisse befriedigen kann ohne dass sie in zwischenartliche Konkurrenz treten.

8. Nahrungsbeziehungen

Nahrungsbeziehungen sind die wichtigsten Beziehungen in einem Ökosystem, sie hängen von den vielfältigsten biotischen und abiotischen Umweltfaktoren wie auch den Beziehungen zwischen den Lebewesen selbst ab. Ökologie Nahrungsnetze in der Antarktis

8.1. Trophiestufe (Ernährungsstufe)

In der Natur existieren vorwiegend Nahrungsnetze aber vereinzelt auch Nahrungsketten

  1. Primär- bzw. Biomasseproduzenten
  2. Primärkonsumenten (Pflanzenfresser) – Konsumenten ertser Ordnung
  3. Sekundärkonsumenten (Fleischfresser) – Konsumenten zweiter Ordnung
  4. Endkonsumenten (Gipfelraubtier) – Konsumenten dritter Ordnung
  5. Destruenten (Reduzenten, Zersetzer)

9. Beziehungen zwischen Lebewesen

Die Glieder einer Lebensgemeinschaft eines Biotops stehen miteinander in vielfältigen Wechselbeziehungen. Beziehungen zwischen Lebewesen unterscheidet man zwischen Beziehungen einer Art untereinander (zum Beispiel zwischen Wölfen eines Rudels, zwischen Ameisen in einem Ameisenhaufen oder auch Getreidepflanzen im Getreidefeld) und Beziehungen zwischen Lebewesen verschiedener Arten (zum Beispiel zwischen Füchsen – Gänsen – Eichhörnchen – Nüssen oder verschiedenen Spechtarten wie Buntspecht – Grünspecht – Kleinspecht). Nahrungsbeziehungen zwischen Organismen sind grundlegende ökologische Beziehungen.

9.1. Parasiten

Parasiten bzw. Schmarotzer sind Lebewesen die sich von anderen Lebewesen ernähren jedoch ohne sie sofort zu töten. Das von dem Parasit geschädigte Lebewesen nennt man Wirt. Schmarotzer sind meist durch besondere Anpassungen auf ihr Wirt-Tier spezialisiert. In der freien Natur findet man kaum Tiere die nicht von Parasiten befallen sind. Als Beispiel wird man kein Reh finden das frei von Zecken, Läusen, Milben oder Saugwürmern ist. Als krank gilt ein befallenes Tier erst wenn seine Abwehreinrichtungen den parasitären Befall nicht mehr in bestimmten Grenzen halten können und diese sich ungehindert ausbreiten. Parasiten können von Vorteil jedoch auch von Nachteil sein. Sie sind in der Lage:

  • die Art die sie benötigen zu finden
  • als Innenschmarotzer bzw. Endoparasiten in den Wirt einzudringen und zu verlassen
  • als Außenschmarotzer bzw. Ektoparasiten sich am Wirt festzuhalten
  • sie gelangen an Stoffe des Wirt-Tieres und sind in der Lage sich zu vermehren

9.2. Symbionten

Symbionten sind Lebewesen, die sich mit wechselseitigen Nutzen mit verschiedenen Arten vergesellschaften. Sie gehören keiner bestimmten Art an. Diese Beziehung findet in meist regelmäßigen Abständen statt wobei es zu einer völligen Abhängigkeit kommen kann. Häufig dienen Symbiosen dem ergänzen des Stoffwechsels durch Spezialisierung. Viele Wiederkäuer machen sich die Vorteile von Symbiosen zum Vorteil in dem Sie bei ihrer Verdauung, Bakterien und Wimperntierchen beherbergen. Diesen ist mit ihrer enzymatischen Ausstattung die Aufspaltung der Cellulose ohne weiteres Möglich, wozu die Wiederkäuer nicht ohne weiteres in der Lage wären. Im Gegenzug erhalten die Bakterien eine optimale Umgebung mit gleich bleibender Temperatur und ständiger Nahrungszufuhr. Jedoch werden die Symbionten schlussendlich Verdaut.

9.3. Konkurrenten

Die Konkurrenz ist ebenfalls ein lebensbestimmender Faktor für die meisten Lebewesen. Da die vorhandenen Ressourcen nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen entsteht um diese ein Wettbewerb. Konkurrenz besteht nicht nur zwischen verschiedenen Arten sondern auch innerartlich. Rehe zum Beispiel konkurrieren um geeignete Gebiete zur Jungenaufzucht.

9.4. Fressfeinde

Im Prinzip sind fast alle Lebewesen Fressfeinde für andere Lebewesen und können auch Beute von anderen Fressfeinden werden. Man unterscheidet die Räuber- bzw. Beutegreifer die andere Lebewesen töten und fressen sowie Pflanzenfresser die meist nur Teile von Pflanzen fressen ohne ihre Beute die Pflanze selbst zu töten. Diese Einteilung ist jedoch nicht immer eindeutig: Tiere die zum Beispiel junge Pflanzen ganz und gar auffressen gelten streng genommen als Räuber. Meisen hingegen sind abwechselnd Räuber und Pflanzenfresser da sie Insekten und Pflanzensamen fressen.

10. Sukzession

Sukzession ist die typische Abfolge von Lebensgemeinschaften bei der Neubesiedlung von Biotopen. Diese unterteilt man wiederum in die Erstbesiedlung bzw. Primärsukzession sowie die Wiederbesiedlung oder Sekundärsukzession. Die erste Stufe wird von Pionierlebewesen zum Beispiel Bakterien, Flechten und Pilzen vollzogen in der 2. Stufe folgen Moose und weitere Lebewesen. Der Pflanzenwuchs verändert sich über die Jahre bzw. Jahrhunderte hinweg. Typische Beispiele für relativ kurzzeitige Änderungen sind zu Dachrinnen, unbepflanzte Blumenkästen, Wüstensand, Felsen. Je mehr Licht den Boden erreicht desto Artenreicher wachsen Pflanzen und dementsprechend mehr Tierarten sind zu finden.

11. Toleranzbereich

Der Toleranzbereich also die Spanne eines Umweltfaktors innerhalb dessen ein Organismus leben kann. Besitzt ein Optimum und wird durch ein Maximum sowie Minimum begrenzt. Abhängigkeit der Lebewesen vom Umweltfaktor TemperaturÖkologie Abhängigkeit vom Umweltfaktor TemperaturTemperatur (1) → Optimales gedeihen einer Art, Temperaturschwankungen haben in dem Bereich nur geringe Auswirkungen. – Vorzugsbereich (2) → Temperaturänderungen in diesem Bereich bewirken deutliche Beeinträchtigungen der Aktivität. – Jenseits vom Temperaturminimum (3) bzw. Temperaturmaximum (4) kann die Art nicht existieren. – Toleranzbereich (5) für eine Art bzw. einen Organismus – Innerhalb der ökologischen Potenz (6) ist die Art fortpflanzungsfähig… – …im Bereich des Pessimums (7) hingegen nicht

12. Art und Population

Eine Art sind Individuen mit ähnlichen Merkmalen, die sich untereinander fortpflanzen können. Eine Population ist eine Gruppe einer Art die miteinander verbunden sind, sie bilden eine Fortpflanzungsgemeinschaft und sind in einem räumlich begrenzten Gebiet zu finden.

12.1. Räuber Beute Beziehung

Ökologie Räuber Beute Beziehung Wächst die Räuberpopulation führt dies nach einiger Zeit zu einer Absenkung der Beutepopulation. – Erhöht sich die Anzahl der Räuber werden umso mehr Beutetiere erlegt. – Mit jeden erlegten Beutetier verringert sich die Dichte der Beutetierpopulation. – Eine geringere Zahl an Beutetieren führt zu einer Minderung der Räuberpopulation. – Eine niedrige Räuberpopulation erlaubt wiederum den Anstieg der Beutepopulation. Diese Beziehungen lassen sich nur schwer voneinander abgrenzen. Symbiosen, Parasitismus und eine Fress-Feind-Beziehung fallen ebenso in diese Rubrik. Zwischen Wachstumskurven von Räuber und Beute bestehen Zusammenhänge – Dichte der Räuberpopulation ist abhängig von der Beutepopulation und umgekehrt. Zur Regulation der Populationsdichte ermittelte Volterra ein Modell bzw. eine Regel.

12.2. Volterra-Regel

Populationsdichten von Räuber und Beute schwanken periodisch. Phasenweise verschobene Maxima lassen deutlich erkennen, dass die Beutepopulation vor der Räuberpopulation ihre höchste Amplitude erreicht. Die Mittelwerte bleiben trotz Schwankender Populationszahlen von Räuber und Beute langfristig gleich.

13. Ökologische Potenz

Ökologie Ökologische Potenz Vermögen der Organismen, Schwankungen von Umweltfaktoren (innerhalb einer Genetisch festgelegten Reaktionsnorm) unter den Bedingungen der Konkurrenz zu ertragen. Je größer die ökologische Potenz einer Art ist, desto unterschiedlicher können die Standorte sein, die besiedelt werden können. Die ökologische Potenz kann sich im Laufe des Lebens ändern.

13.1. Eurytherm

Eurytherm sind Lebewesen mit einem weiten Temperatur-Toleranzbereich. Im Bezug auf einen Umweltfaktor kann ein Lebewesen euryök sein

13.2. Stenotherm

Als Stenotherm bezeichnet man Lebewesen mit einem engen Temperatur-Toleranzbereich. Im Bezug auf einen Umweltfaktor kann ein Lebewesen stenök

sein.

13.3. Angepasstheit an den Umweltfaktor Temperatur

Blätter als Wasserspeicher (Dickblattgew.), Sonnenbad der Eidechse bei Kälte und  aufsuchen von Schatten bei Wärme, Verdunstungsschutzeinrichtungen bei Pflanzen, z.Bsp. Reduktion der Blätter (bei Kakteen), Haare, Verdickte Kutikula (Oleander) Der Umweltfaktor Temperatur besitzt jahreszeitlichen Schwankungen, ist abhängig vom Einfallswinkel der Sonne, dem Breitengrad sowie Reflektions- bzw. Absorptionsprozessen. Alle Lebewesen, d.h. gleich- und wechselwarme Tiere und Pflanzen sind abhängig vom Umweltfaktor Temperatur. Amphibien und Reptilien kommen in kälteren Regionen überhaupt nicht vor. Der Grund hierfür ist, dass die Körpertemperatur von wechselwarmen  Tieren mit der Umgebungstemperatur schwankt.

14. Akklimatisation

Wechselnde Intensitäten von Umweltfaktoren verlangen von den Lebewesen verschiedenste Reaktionen die genetisch festgelegt sind. Innerhalb bestimmter Grenzen können diese Reaktionen durch Umweltbedingungen verändert werden, diesen Prozess nennt man Akklimatisation. Organismen die diese Fähigkeit besitzen haben deutliche Vorteile bei Änderungen von abiotischen Umweltfaktoren. Lebensprozesse wie Fortpflanzung oder Nahrungsaufnahme können auch mit verminderter Intensität Aufrechterhalten werden. Somit können auch Lebensräume mit abweichenden Umweltbedingungen besiedelt werden. Die Umgewöhnung an fremdes Klima wie dem Tropischen bei Fernreisen, die wochenlange Gewöhnung an extreme Höhen mit geringen Luftdruck unterliegen ebenfalls der Akklimatisierung.

15. Einfluss der Temperatur auf Pflanzen

Der Umweltfaktor Temperatur spielt eine wichtige Rolle und prägt sich in den unterschiedlichsten Vegetationsgürteln aus. Bedingt durch das Klima herrschen extreme Temperaturdifferenzen zwischen den einzelnen Klimazonen diese bewirken sehr weitläufige Toleranzen. Pflanzen müssen sehr vielseitig sein, sie müssen in erster Linie den jahreszeitlichen Wechsel ertragen. Manche sind extrem frost- und zugleich hitzeresistent, andere hingegen überleben nur in ökologisch ausgewogenen Regionen. Ein Beispiel hierfür ist die Höhenzonierung im Gebirge, ab einer Höhe von ca. 2000 m findet man nur noch Pflanzen wie in der Arktis, hauptsächlich Flechte und Moose. Feucht-kalter meist steiniger Boden, hohe Windgeschwindigkeiten und eine erhöhte UV-Strahlung lassen kein Höhenwachstum zu. Um sich vor Extremen zu schützen kommen vielfältige Strategien zum Einsatz. In unseren Breitengraden am bekanntesten ist der Laubabwurf sowie der Rückzug in Zwiebeln, Knollen und Wurzeln unter der Erde. Hohe Zuckerkonzentrationen dienen als eine Art Frostschutzmittel und die rechtzeitige Bildung winterfester Samen sichert ebenfalls das Überwintern. Manche Pflanzen bilden einen Haar ähnlichen Auswuchs als Verdunstungsschutz aus abgestorbenen Zellmaterial, andere besitzen statt Blätter, Nadeln andere wiederum haben eine extrem dicke Kutikula. Tief verwurzelte Pflanzen findet man ebenfalls an heißen Standorten.

KLIMAZONE VEGETATION MERKMALE
Tropen hohen Artenvielfalt, ganzjährig grün Tageszeitenklima und eine geringe jahreszeitliche Schwankung. Humides Klima (immerfeucht, mehr Niederschlag als Verdunstung), andauernde Stoffproduktion.
Subtropen niedrige Artenvielfalt, hauptsächlich Hartlaubgewächse Ein arides Klima (trocken, Verdunstung höher als Niederschlag), Winter unter 20 °C und Sommer über 20°C. Niederschläge häufen sich in den Winterzeit, die Artenvielfalt ist relativ gering.
gemäßigtes Klima Laub-, Misch- und Nadelwälder Feuchte, warme Sommer, milde Winter.
arktisches Klima Flechten, Moose, Gräser Extreme Kälte und Permafrost lassen kaum Pflanzenwachstum zu.

16. wechselwarme Tiere

Die Zauneidechse ist ein typisches wechselwarmes (poikilothermes) Tier unserer Breitengrade. Sie beginnt ihre Nahrungssuche erst nach einem ausgiebigen Sonnenbad am frühen Morgen. Die Sonneneinstrahlung wärmt den Körper auf womit die Aktivität steigt. Bei 39 °C ist die Aktivität am Optimum. Bei weiter steigender Sonneneinstrahlung und somit steigender Körpertemperatur wäre der Hitzetod unausweichlich, also zieht sich die Eidechse in den Schatten zurück. Die Regulierung der Körpertemperatur durch Verhaltensänderung ähnelt die der Überwinterung. Bei sinkenden Außentemperaturen fehlen schlichtweg die Aufwärmmöglichkeiten. Bei der Eidechse tritt in eine reversible Kältestarre ein wenn ihre Körpertemperatur unter einen bestimmten, kritischen Wert fällt. Ist das Winterquartier jedoch nicht frostsicher, tritt der Kältetod ein. Bodentiere wie Regenwürmer erleiden bereits knapp oberhalb des Gefrierpunktes den Kältetod bzw. eine irreversible Schädigung. Die Kälteresistenz wechselwarmer Tiere ist verschieden, manche Insekteneier überdauern Temperaturen von -29 °C.

17. gleichwarme Tiere

Die Körpertemperatur von Säugetieren und Vögeln liegt je nach Art zwischen 36 °C und 40 °C, meist relativ unabhängig von der Außentemperatur. Gleichwarme (homoiotherme) Tiere regulieren diese Körpertemperatur selbstständig, denn sie haben eine starke Wärmeproduktion und ausgereifte Mechanismen. Der Kältetod tritt je nach Art bei 20 °C bis 15 °C ein wenn die Temperaturregelung nicht mehr gewährleistet werden kann. Einige Tiere besitzen die Fähigkeit in ein Ruhestadium zu verfallen um bei niedrigen Körpertemperaturen zu überwintern. ALLENsche Regel – Bei Tieren einer Art ist die Größe der Extremitäten (Körperanhänge – Ohren, Schwanz) in kälteren Regionen geringer als in wärmeren. (Polar- und Wüstenfuchs) BERGMANNsche Regel –  Tiere einer Art sind in kälteren Regionen größer als in wärmeren. Die größeren Tiere haben im Vergleich von Körpervolumen zu Oberfläche eine kleinere Oberfläche aber mehr wärme speicherndes Körpervolumen. GLOGERsche Regel – Lebewesen besitzen eine dunkle bzw. rötliche Pigmentierung der Haut in Feuchtwarmen und eine eher dunkelgraue Pigmentierung in Trockengebieten im Gegensatz zu Lebewesen kühler oder gemäßigter Zonen.

18. Winterschlaf / Winterruhe

Die Körperwärme hat ihre  Ursache in der Stoffwechselintensität wodurch der Nahrungsbedarf  entsprechend hoch ist und das Nahrungsangebot jedoch jahreszeitlich bedingt eher niedrig ausfällt. Bei einigen Säugetieren wie Bär, Dachs und Eichhörnchen ist die Körpertemperatur um einige Grad herabgesetzt und es tritt eine Ruhephase mit ausgeprägter Intensität und Länge ein. Die Nahrungsaufnahme ist gemindert und wird begleitet durch vermehrte Wachphasen um zu Jagen oder um auf angelegte Vorräte zurückgreifen. Einheimische Tiere wie Igel ,Fledermäuse, Murmeltiere und Hamster halten einen Winterschlaf, der Energieumsatz beträgt nur noch 10% der normalen Umsatzes. Alle Lebensfunktionen werden auf ein Minimum reduziert, ihre Körpertemperatur liegt bei etwa 5 °C. Eine hormonelle Umstellung und gesteigerte Nahrungsaufnahme lässt es zu, dass die Tiere sich ein Fettdepot anlegen. Verminderte Tageslängen, sinkende Außentemperaturen und artspezifische Faktoren bewirken die Bereitschaft und den Eintritt des Winterschlafs. Das erwachen erfolgt aus selbigen Gründen. Ein Erwachen kann unter anderem durch Berührungsreize oder weiter sinkende Körpertemperatur gegen 0 °C als Alarmsignal erfolgen. Die Aufwachphase beginnt mit einer stärkeren Atmung, erhöhter Körpertemperatur und anschließender Körperaktivität.

19. Humanökologie – Eingriffe des Menschen

Die Humanökologie stellt die Eingriffe des Menschen in sämtliche Bereiche der Erde dar die von Lebewesen besiedelt sind. Meist werden die Begriffe Nutzung und Erschließung sowie Verschmutzung und Zerstörung mit diesem Themengebiet genannt.

19.1. Das Ökosystem Wasser

Der Folge schwerste Eingriff ist die Begradigung von Flussläufen. Dies lässt den Grundwasserspiegel aufgrund erhöhter Strömungsgeschwindigkeit sinken da nicht mehr genug Wasser versickert. Das Waldtsterben wird begünstigt und die Trinkwasserversorgung wird gefährdet. Letzterem wird durch mehrstufige Kläranlagen (meist dreistufig) entgegnet. Die Abwässer werden erst mechanisch durch Siebe, anschließend biologisch durch Bakterien und abschließend chemisch durch Ausfällen unerwünschter wasserlöslicher Salze gereinigt. Wasserverschmutzung durch Einschwemmen von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln von Felder oder durch die Einleitung von Industrieabwässern. Infolge dessen entsteht eine Überdüngung (Eutrophierung) von Gewässern, Massenvermehrung von Algen und Bakterien. Der hieraus resultierende Sauerstoffmangel in den Gewässern lässt es “Umkippen” -> Absterben von Lebewesen durch Faulschlammbildung (Entstehung giftiger Faulgase, wie NH3 und H2S).

19.2. Das Ökosystem Boden

Monokulturen besitzen nur einen Vorteil: hoher Ertrag – die deutliche Zunahme der Schädlings- und Krankheitsanfälligkeit, die einseitige Bodenbeanspruchung und der hohe Energieverbrauch durch Großmaschinen wird oft vernachlässigt. Vermeiden kann man die Monokulturen indem man auf sie verzichtet. Die Boden- und Grundwasserverseuchung ist dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (Pestiziden) sowie Pflanzenvernichtungsmitteln (Herbiziden) und der Verwendung von Düngemitteln (auch Gülleeinsatz) geschuldet. Eine biologische Schädlingsbekämpfung kann durch den Einsatz von Fressfeinden oder Parasiten erfolgen. Düngemittel müssen unbedingt optimal eingesetzt werden eine Reduzierung der ausgebrachten Menge ist meist vollkommen unproblematisch. Die Verwendung klima- bzw. bodenangepasster Pflanzen sowie vermehrte Fruchtwechsel begünstigen die Bodenqualität. Eine Vergrößerung der Anbaufläche birgt oft die Gefahr der Bodenerosion meist werden Windschutzhecken angepflanzt oder große Ackerflächen verkleinert.

19.3. Das Ökosystem Luft

Die Luftverschmutzung durch Industrie und Verkehr bringt Schadstoffe wie Schwefeldioxid, Stickoxide (Kohlenmono- und Kohlendioxid) in die Atmosphäre. Die Reaktion von Stickoxiden (Kohlenwasserstoffe -> FCKW, Methan, Stäube, Schwermetalle, Ruß) mit Sauerstoff unter Lichteinfluss begünstigt die Bildung von Ozon in den unteren Schichten. Diese Schadstoffe lösen sich Teilweise im Regenwasser und schlagen als “saurer Regen” nieder.Infolge dessen werden die Blätter von Pflanzen durch die Zerstörung des Chlorophylls geschädigt und die Funktion der Spaltöffnungen beeinträchtigt. Eine zweite Folge ist die übersäuerung des Bodens und Schädigung der Wurzeln durch die Zerstörung der Mykorrhizapilze. Allergien beim Menschen treten häufiger auf oder enstehen gewissermaßen erst mit veränderten Umweltbedingungen. Der globale Treibhauseffekt lässt die Gletscher und das Eis an den Polen schnellen abschmelzen wodurch sich der Meeresspiegel wiederum erhöht. Eine Verschiebung der Klimazonen und die Zunahme der Wetter extreme ist ebenfalls dem Treibhauseffekt zu schulden. Dieser kann nur beseitigt werden indem man in Industrieschornsteinen Filteranlagen und in Fahrzeugen Katalysatoren einsetzt und die Verbrennungsvorgänge deutlich reduziert.