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Fiesta Bj. 94 – Heute: das Tuerschloss…

Zur Zeit fahre ich einen ’94er Ford Fiesta und hatte bis zuletzt vermehrt das Problem, dass ich weder von Aussen noch von Innen meine Fahrertür aufschließen konnte.

Erster Trugschluss – ich hole mir Telefonischen Expertenrat bei einer Ford Werkstatt, die kennen sich ja aus. Prompt habe ich auch den Werkstattmeister am Ohr:

…eine Reparatur ist kein Problem, womöglich muss der Schließzylinder oder gar das gesamte Türschloß gewechselt werden…

…die Kosten lägen für das Schloss bei 94,- Euro plus ca. 30,- bis 40,- Euro Arbeitslohn, sollte jedoch der Schließzylinder kaputt sein würde dieser mit 55,- Euro zu Buche schlagen und die Kosten für den Einbau betrügen ca. 25,- Euro…

Ok, das würde im schlimmsten Fall mein Budget um genau 80,- bis 134,- Euro sprengen.

Zweiter Trugschluss – ich kaufe mir ein neues Schloss und baue es selbst ein – doch ein neues Schloss ist bereits in der Werkstatt teuer. Also suchte ich im Internet und fand in diversen Online-Shops das besagte Schloss für ca. 80,- Euro, auf online Auktionsplattformen deutlich günstiger für meist 20,- Euro.

doch dann

die Erlösung

Nach einer zufälligen Unterhaltung mit einem ehemaligen Mondeo Fahrer wusste ich wo der Fehler lag. Eine Feder, die einen Teil des Mechanismus spannt, ist mit höchstmöglicher Wahrscheinlichkeit gebrochen. Doch, wie repariert man nun den Schließmechanismus ohne das man sich ein neues Schloss einbauen muss? Erstmal bis zur Problemstelle vorarbeiten, schauen was wo fehlt und einen Plan schmieden (können auch mehrere sein – z. Bsp.: Plan A, Plan B, Plan C, etc.) wo man vergleichsweise günstig eben fehlende Teile herbekommt. Das Ersatzteil bekam ich schlussendlich von meinem Papa, der als Radio-/Fernsehtechniker alles mögliche in seinen Schubladen hat. Zum Glück hatte er auch eine menge Federn, eine passende war schnell gefunden und man musste diese nur noch ein wenig passend biegen.

Die Demontage der Türverkleidung

Die Demontage der TürverkleidungAls erstes entfernte ich alle Schrauben der Seitentasche 1,2, des Griffes 3 und des Türöffners 4. Das Fenster kurbelte ich komplett nach Oben, somit stört es bei der weiteren Demontage weniger. Die Kurbel des Fensterhebers ist mit einer Spannfeder gesichert, diese Sicherung 5,6 entfernt man am einfachsten mit einer flachen Zange oder mit einem Schraubendreher – einfach das eine Ende der Spannfeder aus der Führung schieben. Damit diese nicht wegkommt kann man die Spannfeder 7 einfach wieder auf den Hebel schieben.

Die Verkleidung war jetzt an der Reihe, von unten Angefangen kann diese vorsichtig abgezogen werden 8 (nicht zu Stark ziehen, da man sonst die eventuell porösen Kunststoff-Halteklemmen zerstört).

Nachdem ich die Klemmen der Fläche gelöst hatte konnte ich die komplette Verkleidung nach oben aus den Federklemmen ziehen. Gut zu sehen auf dem letzten Bild 8, die fünf Klemmen befinden sich entlang der inneren-unteren Fensterdichtung.

Der Ausbau der Innereien

Der Ausbau der InnereienUm an das innere der Tür zu gelangen musste ich vorerst die Folie abziehen (Folie nur soweit abziehen wie nötig!), sollte diese reißen kann man sie später problemlos mit Klebeband kitten. Danach waren die drei Schrauben des Türschlosses 1 und die zwei der Fensterführungsschiene 1 zu lösen.

Die Führungsschiene 2 – pink eingerahmtes Teil vorsichtig am unteren Ende greifen und mit vorsichtigen Bewegungen herausbewegen.

Die Fixierung der Gestänge lockerte ich mit einem flachen Schraubendreher 3, indem ich diese aufhebelte 4 und die Stangen aus den Plastikköpfen herauszog.

Das Schloss und die Feder

Das Schloss und die FederDas Schloss war somit freigelegt und ich konnte es entnehmen 1, der flexible Seilzug des inneren Öffners blieb, einzig die Plastikhaube musste ich entfernen.

Die gebrochene Feder klimperte in der Tür herum, diese diente schlussendlich nur noch als Vorlage 2 für die neue Feder.

Im vergrößerten Teil 4 des Schlosses 3 sieht man wo die Feder meiner Meinung nach hingehört – somit funktioniert das Schloss wieder zur vollen Zufriedenheit.

Das Finish

Das Schloss kommt an die Stelle wo es vorher saß und wird mit dem Unterlegblech (unter den drei Schraubenköpfen) wieder Verschraubt. Anschließend folgt die Fensterführungsschiene.

Das letze Bild 5 im vorigen Abschnitt zeigt ein Detail während des Wiedereinbaus der Schiene 5 blau eingefärbtes Teil, diese muss zum Schluss unter jener Blechlippe 5 orange eingefärbtes Teil sitzen unter der sie vorher steckte. Es ist nicht ganz einfach, man muss die Schiene ein wenig verwinden (erst Schräg mit einer Ecke unter die Blechlippe drücken) damit es passt.

Auf jeden Fall sollte man nicht gleich die Flex oder die Säge ansetzen. Denn nach solch einem radikalem Vorgehen ist der Einbau sicher ein Leichtes, jedoch bezweifle ich den festen Sitz der Fensterführungsschiene – die zwei Schrauben der Führungsschiene sollte man auf keinen Fall vergessen.

Die Folie konnte wieder angeklebt und die Beschädigungen mit transparenten Klebeband geflickt werden. Nun die Verkleidung, diese musste zunächst Schräg in die vorderen-oberen Federclips geklemmt und anschließend in die hinteren abgesenkt werden. Die Halteklemmen auf der Fläche kann man mit leichten Schlägen in die dafür vorgesehenen Löcher versenken. Dann wurde die Blende des Türöffners befestigt, die Kunststoffunterlegscheibe des Fensterhebers und selbiger mitsamt Spannfeder auf die Welle geschoben und abschließend die Seitentasche erst eingehangen und verschraubt.