Die Russische Revolution im 20. Jh.

St. Petersburg, Militär vor Winterpalast - Quelle: Deutsches Bundesarchiv (German Federal Archive), Bild 183-S01260Die mittelalterliche Ständegesellschaft Russlands im frühen 20. Jahrhundert, die autoritäre Regierung des Zaren, die wirtschaftliche Notlage der Bauern und 80% der Arbeiter waren die wichtigsten Ursachen für die Russische Revolution. Aufstände und Bewegungen gegen die Zarenherrschaft blieben erfolglos, bei dem Aufstand am sogenannten “Blutsonntag” am 22. Januar 1905 ließ Nikolaus II. die Demonstration blutig niederschlagen.

Der Arbeiterstreik war die mächtigste Bewegung, sie legte zwischenzeitlich wichtige Bereiche wie Telegraphie, Eisenbahnverkehr und Post lahm. Der Zar gab der Arbeiterbewegung teilweise nach und machte Zugeständnisse. Das Oktobermanifest versprach dem Volk eine Gesetzgebende Versammlung (Duma) vom gewählten Volksvertretern sowie Freiheits- und Bürgerrechte.

1. Februarrevolution 1917

Die schlechte Lebensmittelversorgung und Teuerungen begünstigten die erneut aufkommenden Aufstände. 1917 sollte die Arbeiterbewegung niedergeschlagen werden, doch das Militär lief zu den Aufständischen über. Somit hatte die Revolution sein Sieg erreicht, es wurde eine provisorische liberal demokratische Regierung gebildet. Infolge der Februarrevolution dankte de Zar ab, Kriegsminister Kerenskij möchte den Krieg erhalten. Die sich bildenden Arbeiter- und Soldatenräte (Sowjets) traten für die Beendigung des Krieges ein.

1.1. Lenins Rückkehr aus dem Exil

Lenin kehrt im verplombten Eisenbahnzug aus seinem schweizer Exil über Deutschland zürck und fordert eine sozialistische Revolution. Ein bolschewistische Putsch auf Kerenskij schlägt fehl, anschlissend wird Kerenskij zum Ministerpräsidenten ernannt. Jedoch werden seine Befehle von den Soldaten nicht befolgt, diese nehmen auf der Seite von Lenin Stellung, dessen Programm besagt: Land für die Landarbeiter und Kleinbauern, Freiheit und Friede für die Arbeiter.

2. Oktoberrevolution 1917

Kerenskij flieht nachdem bolschewistische Anhänger (Matrosen, Arbeiter) das Winterpalais stürmten. Der Machtübergang an die Sowjets wird durch den Rundfunk verkündet. Nach der Oktoberrevolution wird der ehemalige Zar Nikolaus II. ermordet.

Lenin befiehlt die sofortige Beendigung des Krieges, Grossgrundbesitzer werden zu Gunsten von Landarbeitern und Bauern enteignet. Vom Volk wird eine verfassungsbildende Nationalversammlung gewählt das Selbstbestimmungsrecht wird für alle Völker Russlands gültig. In der ersten Wahl erhalten die Bolschewiki eine Wahlniederlage, die Menschewiki (Sozialisten) hingegen gehen als Wahlsieger hervor.

2.1. Forderungen und Ziele der Bewegungen

provisorische Regierung Bevölkerung Sowjets (Arbeiter, Soldaten, Bauern)
  • Bildung eines parlamentarischen Staates
  • Abschaffung der Ständegesellschaft
  • Beendigung des Krieges
  • Brot, Frieden, Demokratie
  • Frieden
  • gerechte Verteilung
  • Abschaffung der Privilegien (für Grossgrundbesitzer)
  • Schaffung einer Verfassung

2.2. Bürger und Interventionskrieg

Trotzkij, Volkskommisar für Verteidigung, organisierte und leitete den Aufbau der “Roten Armee”. Bewegungen gegen den Bolschewismus schließen sich zur “Weißen Armee” zusammen. Da die “Weißen” in der Bevölkerung keinen Rückhalt finden und schlecht orrganisiert waren bricht ihre Bewegung nach kurzer Zeit zusammen. Fabriken und Handwerksbetriebe wurden Zwangsversteigert, Ware-Geld-Beziehung wurde abgeschafft. Die Bauern hatten eine Pflicht ihre Erzeugnisse, bis auf einen kleinen Eigenbedarf, an den Staat abzugeben. Der Privathandel wurde verboten und Lebensmittelzuteilungen wurden eingeführt.

Lenin konnte aus gesundheitlichen Gründen nur noch sporadisch an den Beratungen und den Veranstaltungen seiner Partei teilnehmen. In der Patei der Bolschewiki entstehen zwei Lager, Stalin wirbt als Nachfolger. Lenin möchte verhindern das Stalin seine Position besetzt und somit sein Nachfolger wird. Verhindern kann er dies jedoch nicht.

Stalin ging mit zwei Parteigenossen u.a. Kamenev ein Zweckbündis ein und zwang Trotzkij, der für die “permanente Revolution” stand, 1925 zum rücktritt. Später wurde er zunächst aus der Partei und schließlich aus Russland verbannt. 1940 wurde er im Auftrag Stalins in Mexico ermordet. Stalin entledigte sich kurz darauf auch seiner beiden Helfer in einem Schauprozess, sie wurden verurteilt und erschossen.

Stalin stellte fest, dass sein Handeln nicht unbedingt für Zuspruch in der Bevölkerung warb, dies veranlasste ihn 1928 zu einem Konzeptwechsel. Die Planwirtschaft wurde eingeführt die Staats- und Produktionsstrukturen neu organisiert. Die ersten Genossenschaftsbetriebe und Industriekombinate entstanden.

3. Der Fünfjahresplan von 1928

Kollektivierung - Grund und Boden werden Genossenschaftliches oder Staatliches eigentum Zwangsmaßnahmen - Physische Bedrohung der Bauern, hartnäckige verweigerer wurden gefangen genommen, vertrieben oder getötet Industrialisierung – 1928 war Rußland aus technischer Sicht weit von den restlichen Nationen entfernt Schwerindustrie - Erschliessung von Eisenerzvorkommen zur Rohstoffgewinnung Sozialistischer Wettbewerb – Die besten Arbeiter bekommen Anerkennung … keine Planerfüllung hingegeen bedeuetete “Sabotage” … diese Arbeiter landeten häufig im Arbeitslager Chemische und Elektrische Industrie – Einige Industriezweige verzeichenen ein beschleunigtes Wachstum Kulturrevolution - Die hohe Analphabetenrate sorgt für die Einführung der Schulpflicht Ausbau von Schulen und Universitäten - Stolze Gebäude entstehen wie die Lomonossow-Universität in Moskau Aberkennung der Religionsfreiheit – Geistige Führungskräfte verloren ihre Macht, die Kirchen erhalten keine finanzielle Unterstütung vom Staat, Gläubige wurden politisch verfolgt Durchsetzung der soz./komm. Ideologie – Propaganda, Personenkult, Stalin hatte ein fürsorgliches Bild seiner Person in der Öffentlichkeit als Vorteil gesehen. Die Bevölkerung nannte ihn auch “Väterchen”. Kritiken aus der Bevölkerung nahm er um die verantwortlichen Funktionäre bzw. Verantwortlichen zu beseitigen.

3.1. Wirtschaftliche Umgestaltung ab 1936

Die Wirtschaftliche Umgestaltung der Sowjetunion und die Nationalitätenpolitik unter Stalin hatten besonders die Völker um den Kaukasus zu spüren bekommen. Der Staat war dreigeteilt in Verwaltung, Partei und Staat. Aufstiegsmöglichkeiten in der Staats-, Partei- oder Verwaltungshierarchie war nur mitgliedern der Bolschewiki vorbehalten. Stattfindende Wahlen verliefen kaskadiert. Dies bedeutet, dass vom Volk gewählte Gruppen wiederum übergordnete Gruppen wählen. Gewerkschaften und Jugendorganisationen gabe es nur von staatlicher Seite, allesamt waren es Unterorganisationen der Partei (KPD) und waren dieser auch politisch untergeordnet. Lange Zeit bestand keine Möglichkeit die Machtverhältnisse zu kippen, Gorbatschov gelang dies als ertser ausserpartilicher Machthaber.

Mit gleichschaltung der Menschen im Land geht die Sowjetunion über eine Diktatur hinaus. Feinde im Land werden bekämpft in dem sie verschleppt, ermordet oder gefangen genommen werden. Die Gefahr der Einflussnahme Dritter schließt Stalin somit aus.

4. Definition Diktatur

Politische Ordnungsform mit unbeschränkter Machtverfügung eines Einzelnen, einer Gruppe oder einer Partei über einen Staat.

5. Definition Totalitarismus

Ist eine form der Diktatur, die den Staat in den Mittelpunkt ihres Handelns stellt und die um die Existenzberechnung konkurrierenden Gruppen und Meinungen vereint, alles leben und denken der Menschen gleichschaltet und den Menschen total erfasst.

5.1. Zwischenergebnisse von 1937

Russland belegte im Jahr 1937 den zweiten Platz der Weltindustrieproduktion in der Schwerindustrie. Die hohe Analphabetenrate sorgte für eine Alphabetisierung, Schulen und Ausbildungszentren, Universitäten und Hochschulen wurden geschaffen. Die wissenschaftlichen Entwicklungen befanden sich auf West-Niveau und schritten sehr schnell voran. Die Kriegstechnik stand der des Westens in nichts nach. Die Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung war Stabil. Die Landbevölkerung verzeichnete jedoch keine Besserung der Lebensbedingungen obwohl sie die Produzenten für viele Nahrungsmittel waren. Viele Kritiker, Unschuldige und Gegner wurden in Schauprozessen, Repressalien auch Massenrepressalien oder durch Arbeitslager (Gulag) beseitigt.

5.2. Stalinismus