Der erste Weltkrieg von 1914 bis 1919

Klagenfurter Zeitung vom 1. August 1914Das Wettrüsten der Länder führte nach der Kriegserklärung Österreichs zum ersten Weltkrieg. Nach dem Attentat auf das österreichische/ungarische Thronfolgerpaar versagten am 28. Juni 1914 alle Bemühungen einer Konfliktlösung. Seit der Kriegserklärung Österreichs und Deutschlands gegen die Staaten der Triple-Entente Frankreich, Großbritanien und Russland befanden sich diese im Krieg. Stellungskriege an den Heimatfronten lösten ab 1916 Not und Elend aus (1916 Kohlrübenwinter), Materialschlachten an der Westfront verschlangen Unsummen und verschlimmerten die Lage der Bevölkerung zusehens. Die industrielle Produktion wurde weitestgehend auf die Produktion von Kriegsmaterial umgestellt, dies begünstigte die Nahrungsmittelknappheit. Im November 1918 endete der erste Weltkrieg mit ca. neun Millionen toten Soldaten und ca. sechs Millionen getöteten Zivilisten. Am Ende standen erhebliche Änderungen in der Machtverteilung Europas und nahn Ostens, das osmanische Reich war zerschlagen, Russland, Österreich/Ungarn und Deutschland waren ab diesem Zeitpunkt keine Monarchien mehr. In Deutschland musste Kaiser Wilhelm II. seinen Thorn räumen, die Weimarer Republik wurde ausgerufen.

1. Ursachen und Anlässe zum ersten Weltkrieges

Ursachen
  • Imperialismus
  • Nationalismus
  • Militarismus
  • Internationale Krisen
Anlass
  • 28. Juni 1914: Mord in Sarajewo
  • Julikrise 1914: Automatismus der Kriegserklärungen und Mobilmachungen, versagen der Diplomatie

1.1. Kriegsverlauf

Beteiligte Ziele Kriegsschauplätze Ziele Beteiligte
Mittelmächte       Alliierte
deutsches Reich Gebietsgewinne im Westen und Osten ab 1914, Verständigungsfrieden ab 1917 Offensivkrieg Deutschland im Westen und Osten (1914/1915), Stellungskrieg, erstarrte Fronten (1915-1918), Krieg in den Kolonien, See- und Luftkrieg, Kriegsführung und Kriegstechnik, Zurückgewinnung Elsaß/Lothringens, Wiederherstellung des europäischen Gleichgewichts Frankreich, England
    Materialschlachten (Hölle von Verdun), Wirtschaftskrieg (Blockaden), neue Waffen (Tanks, Flugzeuge, Unterseeboote, Giftgas), Einsatz der Zivilbevölkerung für die Kriegsproduktion, Kriegsende 1918/1919 Machtausdehnung nach Süden, 1917 Kriegsaustritt wegen russischer Revolution Russland
Österreich/Ungarn Abrechnung mit Serbien, Zusammenhalt des Vielvölkerstaates erfolglose Offensiven, verstärkte Friedensbemühungen, Waffenstillstandsverhandlungen, 11. Nov. 1918 Waffenstillstand, Juni 1919 Friedensvertrag von Versailles Schnelles Kriegsende, auch militärische Unterstützung Englands und Frankreichs USA

2. Wilsons 14 Punkte Programm vom 8. Januar 1918

1. Öffentliche Diplomatie – keinerlei geheime internationale Abmachungen mehr

2. Freie Schifffahrt auf den Meeren – ausser in international gesperrten Gewässern

3. keine Handelsbeschränkungen – für friedenserhaltende Staaten

4. Senkung der Kriegsausgaben – auf das Nötigste

5. gleiches Stimmrecht – in kolonialen Belangen für Bürger und Staat

6. Abzug – aus russischen Gebieten

7. Wiederherstellung – von Belgien

8. Befreiung und Wiederherstellung – von Frankreich und Elsaß/Lothringen

9. Berichtigung – der italienischen Grenzen

10. autonome Entwicklung – Österreich/Ungarns

11. Räumung und Wiederherstellung – Serbiens, Rumäniens und Montenegros, beseitigung russischer Grenzen

12. Selbsständigkeit – der türkischen Teile des osmanischen Reiches

13. unabhängigkeit – von Polen soll errichtet werden

14. Gesellschaft der Nationen – soll gegründet werden, zur Einhaltung wichtiger Punkte

3. Versailler Friedensveratrag von 1919

  Verlierer Beschlüsse Deutschl. Betr. Sieger
Deutschland Ausschluss von den Verhandlungen Abtritt von 13% des Staatsgebietes (Elsaß/Lothringen) Frankreich – Territoriale und wirtschaftliche Schwächung
Österreich/Ungarn Änderungsanträge, aber keine Ablehnung der Beschlüsse Abtritt von Gebieten im Osten (Korridor zu Est- und Lettland), Verlust aller Kolonien  
osmanisches Reich, Bulgarien   Auflösung der Doppelmonarchie in Österreich/Ungarn, Abgabe besetzter Gebiete 14 Punkte Programm der USA, Selbsbestimmungsrecht der Völker

3.1. Militärische Bestimmungen

Entmilitarisierung, Verbot der allgemeinen Wehrpflicht, das Berufsheer darf maximal 100.000 Mann stark sein. Auflage an die Kriegsflotte, diese darf nur noch als Handelsflotte agieren. Die Luftwaffe wird aufgelöst.

3.2. Wirtschaftliche Bedingungen

Zahlung von Reparationen an Großbritanien und Frankreich in unbestimmter Höhe. Das wichtigste Ballungsgebiet (Rheinland) wird Besetzt und Abgegeben und Teilweise als Sicherheitszone eingerichtet.

3.3. Erklärung der Kriegsschuld

Die Kriegsschuld wurde allein Deutschland zugewiesen (Art. 231). Man bezeichnet dies auch als Diktatfrieden, da alles durch den Versailler Vertrag vorgegeben und diktiert wurde.